Ein totes Reh an der Wand…

Wie widerlich! Jedenfalls habe ich das jetzt ein paar Mal gehört. Ich sehe das anders. Zwar ist das Bambi nur geliehen, und irgendwann wird es eine befreundete Künstlerin für eine Installation nutzen. Aber aktuell hängt es bei mir an der Wand, und ich finde es schön. Geschossen und ausgestopft habe ich es nicht. Das passierte vermutlich schon in den 1960er Jahren – mein Reh ist älter als ich.

Allerdings ist auch meine Einstellung zur Jagd gespalten. Auf der einen Seite sehe ich ein, dass sie notwendig ist, um die Wälder zu gesund zu erhalten. Denn durch das üppige Nahrungsangebot sind die Bestände an Rehen und Wildschweinen auf ein nie gekanntes Niveau. Allerdings verschlimmern viele Jäger die Situation eher.

Auch einige der waidmännischen Traditionen befremden mich erst einmal. Auf der anderen Seite, wie ein intelligenter Mensch mir gegenüber bemerkte: „Wenn das traditionelle indianische Jagdriten wären, fänden wir es großartig.“ Ein gutes Argument: Wenn ich es richtig finde, dass die Inuit ihre traditionelle Waljagd erhalten, warum nicht die Waidmänner ihre Pirsch im deutschen Mischwald? Und einen Rehrücken zu essen, ist weniger grausam als Rind aus Massentierhaltung im Supemarkt zu kaufen  – das Reh hatte ganz sicher das bessere Leben.

Was hängt an Euren Wänden? Ausgestopfte Tiere oder die Säge von der letzten Jagdsabotage?

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