Berlin: Nein-Sager und Bakterien

Den Volksentscheid über den Rückkauf des Stromnetzes ist gescheitert. Und dem Bambi-Syndrom ging es auch nicht gut. Aber der Reihe nach! Dass sich die Berliner tatsächlich gegen den Rückkauf entschieden hatten, mochte ich zunächst kam glauben. Obwohl einige Medien sich entschlossen pro-Vattenfall positionierten, habe ich diese Haltung nicht ernstgenommen. Auch die finanziellen Bedenken konnte ich nicht teilen: Bei dem Schuldenberg, der Berlin belastet, schien es mir auf ein bis zwei zusätzliche, zumindest sinnvoll investierte Milliarden wirklich nicht mehr anzukommen. Die meisten Berliner sahen das genauso… das lag, wie ich später feststellen musste, an meinem Wohnort. In meinem Kiez gab es kaum Nein-Stimmen. Im Berliner Südwesten hingegen, wo der Rückkauf am kritischsten beurteilt wurde, habe ich keine Bekannten. Interessant, wie auch in der Metropole ein Gebiet von der Größe einer Kleinstadt die Wahrnehmung prägt.

handKaum war der Schock verdaut, begannen Bakterien eine winzige Wunde in meiner rechten Hand zu besiedeln. Ein ambitionierter Kratzer führte zu einer Woche Antibiotika-Konsum und einer klobigen, unbequemen Handschiene. Trotzdem geht es mir relativ gut. In solchen Momenten ist die moderne Medizin ein Segen. Die alternativmedizinischen Schulen, die Antibiotika generell als Gift für den Körper verdammen, greifen zu kurz. Mit dem Gift: Unbehagen, Abgeschlagenheit und eine grässliche Schiene. Ohne: Abwarten, ob die Bakterien die Blutbahn überschwemmen und nur beten können, dass mein Körper in dem Fall die Sepsis überlebt… Vielen Dank an die Herren Fleming, Chain und Florey!

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