Neues aus dem Großstadtdschungel: Einwohner als wilde Tiere

20130821_190857Wir Berliner sind eigentlich Hunde. Oder Katzen. Oder Füchse. Jedenfalls sind wir keine großstädtischen Kosmopoliten, sondern territoriale Tiere. Aus Amsterdam zurückgekehrt, fallen mir die ganzen Anti-Touristen-Parolen viel mehr auf als vorher. Amsterdam ist wie London eine der beliebtesten Städte Europas und weit mehr von Touristen überlaufen als Berlin. Und doch verdrehen die Amsterdamer nur kurz die Augen, wenn wieder jemand den Radweg auf einem Leihrad blockiert, der zuletzt im Grundschulalter Fahrrad gefahren ist (und damals schon immer runtergefallen ist). Die Londoner bleiben auch höflich, egal was die Touristen anstellen. Gefasst warten sie, bis auch der letzte einer Reisegruppe begriffen hat, wie der Zugang zur U-Bahn funktioniert.

Berlin-doesnt-love-you2-1024x614Territorialverhalten dient dazu, das eigene Territorium gegen andere Tiere der gleichen Art zu verteidigen und gegen deren Territorien abzugrenzen. Auf diese Weise werden Nahrungs- und Sexualkonkurrenten auf Distanz gehalten, zusätzlich führt es dazu, dass sich die Art über eine größere Fläche verteilt.“ Genau… Die Touristenschwemme lässt die Mieten steigen, und die Besucher treiben generell die Preise in die Höhe. Also werden sie angeknurrt, in der Hoffnung, sie zu vertreiben. Ein bisschen peinlich finde ich das schon. Zudem der Revierkampf von Mensch zu Mensch schlechter funktioniert als bei den Füchsen. Die Touristen jedenfalls bleiben, kommen wieder wieder und bringen ihre Freunde mit.

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