Vor dem Kollaps in der Böll-Stiftung

Ich werde wohl das Buch lesen – was auch kein schlechtes Ergebnis einer Buchvorstellung ist. Ein bisschen mehr Klarheit darüber, was an Johannes Heimraths Gedanken neu und besonders ist, hätte ich mir vom heutigen Abend aber schon erhofft. Eine Frage aus dem Publikum zielte genau darauf. Die Frau verglich Heimraths Thesen mit Klassikern aus den 1970er Jahren, die ein Umdenken der westlichen Produktions- und Konsumgewohnheiten forderten, wie „Nur Stämme werden überleben“. Oder „Die Grenzen des Wachstums“, oder, oder… da ließe sich eine lange Liste erstellen. Eine klare Antwort bekam sie nicht.

Trotzdem hatte ich einen interessanten Abend. Heimrath genauso wie der neben ihm auf dem Podium sitzende Volkswirtschaftler Niko Paech können gutgelaunt und positiv den Kollaps der westlichen Welt analysieren, und verbreiten dabei ohne jeden Zynismus gleichzeitig eine positive Grundeinstellung. Das „Podium“ befand sich übrigens im Treppenhaus der Heinrich-Böll-Stiftung. Wieder einmal, wie schon auf dem McPlanet-Kongress bei Harald Welzers Vortrag, hatten die Veranstalter das Interesse offenbar erheblich unterschätzt. In dem für die Veranstaltung vorgesehenen Saal hätten wir uns stapeln müssen, wären aber vermutlich erstickt. Unbequem war es auch im Treppenhaus. Aber dass viele Menschen die gleichen Themen bewegen wie das Bambi-Syndrom, ist trotzdem eine schöne Erfahrung.

Johannes Heimrath lebt übrigens in einer „internationalen Gemeinschaft“ auf dem Land in Vorpommern. Über die gibt es einen Film mit dem schönen Titel „Die Siedler am Arsch der Welt“. Ein kurzer Trailer wurde heute Abend gezeigt, den will ich nicht vorenthalten.

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