Rio+20: Greenpeace-Chef erklärt den Krieg

Schöne Kulisse hilft auch nicht immer.

Eine schöne Kulisse hilft auch nicht immer.

Ich hatte keine Lust, mich online über die gescheiterte Rio+20-Konferenz aufzuregen. Denn das es keine Erfolge zu feiern gibt, stand mehr als fest und wurde andernorts in deprimierender Klarheit sehr gut dargelegt. Von Rio+20 hatte ich mir wenig erhofft. Die Ergebnisse sind noch ein bisschen schlimmer, als ich gedacht hatte. Am interessantesten fand ich tatsächlich die Analyse des europäischen Machtverlusts auf globalem Parkett.

Der „Tagesspiegel“ lobt den neuen deutschen Umweltminister Peter Altmaier verhalten für seine Annäherung an Nichtregierungsorganisationen (NROs). Tatsächlich muss man ihm anrechnen, dass er nicht versucht hat, ein umweltpolitisches Desaster als Erfolg zu verkaufen. Wenn ein alter Hase in der Politik von einer „tragfähige Grundlage“, die „alles andere als armselig“ sei, spricht, übersetzt das jedes „Tagesschau“- Publikum mühelos korrekt mit: totaler Fehlschlag. Und aus seiner machtlosen Position in Rio heraus kommt er immerhin mit dem Plan, Zukunft NROs und Regierungen, die „mehr wollen“ zusammenzubringen. Das ist nicht viel, aber Altmaier hätte sich schlechter schlagen können.

Erklärt den Krieg: Kumi Naidoo.

Erklärt den Krieg: Kumi Naidoo.

Inspirierend fand ich ein Interview mit Greenpeace-Chef Kumi Naidoo im britischen „Guardian“. Naidoo „erklärt dem Finanzsektor den Krieg“. Durch Druck auf Banken und Konzerne will er Geldflüsse in umweltfeindliche Geschäfte einschränken. Lesenswert! Naidoo hat nicht nur gute Ideen, er bringt sie auch unüberhörbar nach vorn – in diesem Fall in einem etwas befremdlichen militärischer Duktus. Wenn allerdings erneut zementiert wird, dass in naher Zukunft Millionen von Menschen ihre Existenzgrundlage verlieren, ist ihnen der Krieg längst erklärt worden. Die Frage ist dann eher, ob auch wir Bürger der Industrienationen hingehen.

Möglicherweise ist Naidoos Schlachtplan die reine Selbstüberschätzung. Der Greenpeace-Direktor hat viele Kritiker, und diplomatisch ist er auch nicht.  In anderen Worten: Es könnte sich lohnen, Naidoo im Auge zu behalten.

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