Zu verschenken: Alles bei Freecycle

Seit genau sechs Monaten bin ich jetzt bei Freecycle Berlin. Das Online-Verschenknetzwerk Freecycle entstand in den USA und breitet sich seit 2002 weltweit aus, bis heute gibt es mehr als 5000 regionale Gruppen. Ziel der Initiative ist, dass Gegenstände länger in Gebrauch sind und weniger Ressourcen verschwendet werden. Das Prinzip: Das alte Holzregal, das überflüssige Geschirr, den nie benutzten Brotbackautomaten brauche ich nicht, aber jemand anders kann noch etwas damit anfangen. Zum Wegwerfen ist es zu schade. Statt herumzufragen, wer im Bekanntenkreis händeringend einen Brotbackautomaten sucht, gebe ich über eine Yahoo-Group bekannt, dass ich einen zu verschenken habe, erreiche also viel mehr Menschen. Die Gruppen sind immer regional begrenzt, meine auf Berlin.

Meine erste Freecycle-Regenjacke

Meine erste Freecycle-Regenjacke

Und wie gut klappt das? Bis jetzt habe ich eine Regenjacke gesucht und gefunden; allerdings war es so langatmig, uns auf einen Übergabetermin zu einigen, dass ich versucht war, aufzugeben und einfach schnell einezu kaufen. Ein Ladekabel für das Handy konnte ich über Freecycle leider nicht auftreiben. Einen nicht mehr in meine Wohnung passenden Spiegel bin ich schnell losgeworden. Die Übergabe kostet allerdings immer Zeit: Wenn ich Kleidung weggeben will, bringe ich die eher zum Umsonstladen bei mir um die Ecke. In Zukunft würde ich auch hier nach einer Regenjacke suchen. Für seltenere Anliegen oder Möbel funktioniert Freecycle gut.

Dass ich aber bedeutend weniger kaufe, würde ich nicht sagen: Eine externe Festplatte musste ich neu kaufen, andere Gegenstände (wie Unterwäsche oder Schuhe) will ich ungern aus zweiter Hand übernehmen.

Ich empfehle Freecycle trotzdem dauernd: Jeden Tag bekomme ich eine lustige E-Mail, in der mir Plüschtiere, Puzzles, Betten, Setzlinge oder leere Kanister angeboten werden. Und auch die Gesuche lese ich gern. Wenn Menschen kaputte Fliesen für Mosaiks, Gitarrensaiten oder elektrische Schreibmaschinen suchen, gucke ich kurz in ein anderes Leben. Besonderen Charme hatte, dass einmal irgendeine Berlinerin tatsächlich einen Brotbackautomaten suchte. Jetzt habe ich keinen, aber ein Jahrzehnt habe ich diversen Wohngemeinschaften mit diversen Brotbackautomaten gewohnt, und genau null Mal hat jemand damit Brot gebacken. Ob Su3321 mit Automaten überschüttet wurde? Oder hat sie nur einen gesucht, um ihn in die hinterste Ecke der Küche zu stellen und auch niemals zu benutzen?

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