Freie Fahrt für freie Bürger? Nicht mit der BVG

Die Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG,) Dr. Sigrid Nikutta, verkündet im „Inforadio“, ab 2016 käme die BVG ganz ohne Gelder von Bund und Land aus. Dies sei ihr erklärtes Ziel. Schon bei Arbeitsantritt erklärte Nikutta, die BVG müsse sich wirtschaftlich selbst tragen können.

Warum denn bloß?

Wir haben weltweit das kleine Problem mit dem Klimawandel, wollen grünere Städte mit besserer Luft und weniger Individualverkehr.

Warum investieren wir dann nicht viel, viel mehr in öffentliche Verkehrsmittel? Warum bitte müssen die sich finanziell tragen können? Meine Steuern finanzieren dagegen Autobahnen, die ich (aktuell ohne Auto) nicht nutze. Die müssen sich aber nicht wirtschaftlich tragen können. Autobahnmaut ist ein Tabu hierzulande, obwohl sie schon lange in vielen anderen europäischen Ländern selbstverständlich ist.

Ich bin kein Autohasser. Ja, die stinken, machen Krach, überfahren Leute und sind in der Stadt überflüssig. Und? Manche Menschen sind nicht gut zu Fuß, andere hassen einfach öffentliche Verkehrsmittel oder haben Angst, auf dem Fahrrad im Berliner Stadtverkehr ihr Leben zu lassen. Oder sie fahren einfach GERN Auto. Bitte schön: Andere rauchen oder essen Fleisch, auch wenn es gesundheits- bzw. klimaschädlich ist. Ich will eine tolerante Gesellschaft, da werde ich das Autofahren in der Stadt nicht verteufeln.

Aber: Wenn meine Steuergelder ausgegeben werden – dann doch bitte, um einen Stadtverkehr zu unterstützen, der tatsächlich sinnvoll ist!

In Berlin fordern seit Jahren Initiativen einen kostenlosen Nahverkehr. In Tallinn ist der ab 2013 beschlossene Sache. Vor wenigen Tagen haben sich in einer Bürgerbefragung Dreiviertel der Bürger dafür ausgesprochen. Die BVG will dagegen ab August 2012 wieder mal die Preise erhöhen.

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