Die Nation und der Wald

Gestern war ich in „Unter Bäumen. Die Deutschen und der Wald“, einer Ausstellung des Deutschen Historischen Museums (DHM) in Berlin. Das Thema ist spannend, denn das die Nation (zumindest theoretisch,falls das Grünzeug nicht einer Autobahn im Weg steht) Bäume liebt, ist offensichtlich: Wenn die Holzfäller anrücken, gehen sogar die Schwaben auf die Barrikaden.                         

Die These der Ausstellung: „Wälder und Bäume verfügen zugleich über hohe symbolische, spirituelle, märchengleiche Ausstrahlungskräfte und sind seit jeher Gegenstand deutscher Dichtung, Kunst und Musik. Auf diese Weise hat sich der Wald tief im Bewusstsein der Deutschen verankert – nicht nur, wenn wir unter Bäumen wandeln.“

 Das Konzept ist ambitioniert: Der Wald in der Malerei, der romantischen Poesie, als Inbegriff nationaler Identität. Bäume als Objekt von Kunst, Naturschutz und Forstwirtschaft.  

Es geht nicht ganz auf. Ich hätte mir mehr Witz und Frechheit, neue künstlerische Perspektiven gewünscht – und gut auf ein paar Gemälde von Tannen verzichten können.  Julian Rosefeldts Film-Installation über den deutschen Mythos Wald, die in der „Heimatkunde“-Ausstellung im Jüdischen Museum bis Januar zu sehen war, hätte der Ausstellung  beispielsweise gut getan. Aber auch noch Raum für Verbsserungen bleibt, sehenswert ist die DHM-Ausstellung – noch bis zum 4.3.12.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Kunst und Kultur, Umweltschutz abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s